2. September 2015 Thema: "aktuelle Flüchtlingstragödie"

 

Ja, diese Ereignisse werden gewiss ihre Spuren in unserer Gesellschaft hinterlassen. Die einen hoffen, dass Alles gut geht und die anderen befürchten das Schlimmste und irgendwo dazwischen werden wir wohl landen. Wenn wir den Medien glauben dürfen, dann ist unsere Gesellschaft gespalten. Der eine Teil, das sind jene, welche die Neuankömmlinge winkend empfangen und die selbstlos helfen und spenden. Bei dem anderen Teil handelt es sich um das "dunkle" Deutschland, wie sich unser Bundespräsident auszudrücken pflegte, dem also jene angehören, die protestieren, pöpeln, zweifeln, hetzen und aufwiegeln, der braune Abschaum sozusagen. Zwischen diesen Fronten scheint es für die Propaganda nichts Relevantes zu geben, obwohl ich dort den größten Teil unserer Bevölkerung vermute.

Darüber, dass man Menschen in Not helfen muss, erübrigt sich jede Diskussion, aber warum fällt uns diese Nächstenliebe erst jetzt ein? Soweit ich zurückdenken kann, gibt es auf unserem Globus Konflikte, denen Unschuldige zum Opfer fielen, die alles verloren haben, Hab und Gut, Angehörige und Freunde, Gesundheit, Leben und auch Würde und Stolz. Dem haben wir uns zumeist durch Wegsehen und Weghören entzogen. Nun muss ich mit ansehen, wie die selben Politiker, denen ich eine Mitschuld an dieser aktuellen Misere zuspreche, Krokodilstränen weinen und polemische Sprüche klopfen, das tut weh! Mitschuld, weil sie diese Politik, der wir dieses Chaos zu verdanken haben, nicht Willens waren, zu verhindern, ganz im Gegenteil, lukrative Waffengeschäfte in diese heiklen Regionen wurden von ihnen gewinnorientiert durchgewunken. Und jetzt versuchen die selben Leute, jenen, die wegen der aktuellen Entwicklung Bauchschmerzen bekommen, mindestens ein schlechtes Gewissen einzureden.

Wer allseits abgesichert in die Zukunft schaut, kommt gewiss zu anderen Ansichten als jemand, der z.B. wegen seiner Biographie mit Grauen ein seinen bevorstehenden Renteneintritt denkt, weil er absolut nicht weis, wie er da halbwegs anständig um die Runden kommen soll. Bisher hatten diese Bevölkerungsschichten geglaubt, man hätte sie so derart kurz gehalten, weil einfach nicht mehr zum Verteilen dagewesen sei, doch nun werden sie plötzlich eines Besseren belehrt (eigentlich schon bei der Griechenlandhilfe!), das macht freilich wütend und wen wundert's, dass besonders in solchen Situationen die weniger schönen Ausprägungen des menschlichen Charakters ans Tageslicht kommen?

Nein, mich wundert das nicht, nur ärgert mich, wenn die Betroffenen ihren Frust an jenen auslassen, denen es bestimmt noch viel beschissener geht als ihnen selbst und nicht an denen, die ihn wirklich verdient hätten! 

Ich bin mir sicher, dass ein Teil der Neuankömmlinge seinen Weg in Deutschland finden wird, einer, der allen nützt, versteht sich, aber es wird wohl genau so sicher jene geben, die auf der Strecke bleiben und die dann zu jener unschönen Szenerie gehören, die wir zur genüge  aus vielen europäischen Großstätten kennen und für die wir die Bezeichnung Parallelgesellschaften gefunden haben. Es sei denn, wir würden etwas Großes schaffen, woran ich aber meine Zweifel habe, mich aber mit Freude eines Besseren belehren lassen würde. 

Egal, wie's ausgeht, nur Verlierer geben wird es nicht. Jene atmen auf, die beruflich oder rentenkassenmäßig mit Bauchkrämpfen an den demographischen Faktor in Deutschland denken müssen und es werden auch diejenigen Freudensprünge machen, die endlich ihren bisweilen lange leerstehenden Wohnraum für gutes Geld an den Mann, oder eben den Flüchtling, bringen. So mancher Vorstand von muslimischen Gemeinden wird sich ebenfalls die Hände reiben und die Schlepper haben sich ja bis heute schon eine goldene Nase verdient. 

Ich hoffe ganz sehr, dass die Zukunft für alle Erdenbewohner wenigstens erträglich wird, egal, wo sie hingeboren werden und dass so viele wie möglich von ihnen doch erkennen mögen, dass sämtliche Voraussetzungen dazu vorhanden sind. Das Einzige, was dem in Wege zu stehen scheint, ist der bisweilen immer wieder rätselhafte Charakter des Menschen selbst.

Lasst es euch gut gehen, tschüss, euer P.G.